Aderhaut

Die Aderhaut ist ein Teil der Augenhaut. Sie befindet sich zwischen der äußeren Lederhaut und der innenliegenden Netzhaut. Die Aderhaut besteht zu großen Teilen aus Bindegewebe und Gefäßen, die für die Blut- und Nährstoffversorgung der Netzhaut benötigt werden.

 

Alterssichtigkeit

Mit zunehmendem Alter verliert das menschliche Auge allmählich die Fähigkeit, sich flexibel an verschiedene Entfernungen anzupassen. Die Folge ist die sogenannte Alterssichtigkeit (med. Presbyopie): Gegenstände in der Nähe können nicht mehr scharf erkannt werden. Ursache für diese völlig normale Entwicklung ist die altersbedingte Verhärtung der Linse. Neben Brillen eignen sich insbesondere Kontaktlinsen sowie Intraokularlinsen für eine unauffällige Korrektur.

 

Altersbedingte Makuladegeneration

Die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine Erkrankung, die vorwiegend ab dem 50. Lebensjahr auftritt. Dabei wird der zentrale Punkt der Netzhaut, die Makula bzw. der „Gelbe Fleck“, dauerhaft geschädigt. Im fortgeschrittenen Stadium können Betroffene nicht mehr scharf sehen. Mehr zur AMD und den möglichen Behandlungsmethoden erfahren Sie im Abschnitt 1-3 sowie in dieser Broschüre.

 

Augenhaut

Als Augenhaut bezeichnet man die Gesamtheit der Hautschichten, die das Auge umgeben. Dazu zählen von außen nach innen Lederhaut, Aderhaut sowie die Netzhaut.

 

Augeninnendruck

Der Augeninnendruck ist der konstante Druck im Innern des Auges, der dazu beiträgt, die Form des Auges und der Hornhaut sowie die Abstände zwischen Hornhaut, Linse und Netzhaut zu erhalten. Er entsteht durch das Kammerwasser, das durch das Auge fließt. Ein zu hoher Augeninnendruck kann unbehandelt zur Entstehung eines Glaukoms sowie langfristig zur Erblindung führen.

 

Augenkammer

Augenkammern nennt man die beiden Hohlräume im vorderen Teil des Auges zwischen Hornhaut und Glaskörper. Die vordere Augenkammer befindet sich zwischen Hornhaut und Iris, die hintere Kammer zwischen Iris und Glaskörper. Beide Augenkammern sind mit dem sogenannten Kammerwasser gefüllt.

 

Augenlid

Das Augenlid ist die Hautfalte am oberen und unteren Rand des Auges, die in geschlossenem Zustand das Auge vollständig bedeckt. Es dient dazu, das Auge vor Fremdkörpern zu schützen, und gewährleistet, dass die empfindliche Hornhaut stets befeuchtet ist. Mit jedem Lidschlag (Blinzeln) wird Tränenflüssigkeit im Auge verteilt und die Augenoberfläche gereinigt. Ein Augenlid, das bei geöffnetem Auge nicht sichtbar ist, nennt man Schlupflid. Hängelider nennt man obere Augenlider, die in geöffnetem Zustand Herabhängen und das Auge teilweise bedecken.

 

Blinder Fleck

Der Blinde Fleck befindet sich im Auge an der Stelle, wo sich der Sehnerv mit der Netzhaut verbindet. Dort gibt es keine Sehrezeptoren, so dass das menschliche Auge in diesem Bereich des Gesichtsfeldes blind ist. Das Gehirn gleicht die fehlenden Informationen durch das Bild des jeweils anderen Auges sowie mithilfe der Farben im umliegenden Bereich aus.

 

GDx

GDx ist der Name eines modernen Laser-Geräts, mit dem sich rasch und schmerzfrei Netzhaut und Sehnerv auf verdächtige Veränderungen untersuchen lassen. Das Gerät ermöglich dadurch eine besonders frühe Diagnose des Glaukoms.

 

Gesichtsfeld

Unter dem Gesichtsfeld versteht man den gesamten Bereich, in dem eine Person etwas wahrnehmen kann, ohne den Kopf oder die Augen zu bewegen. Zahlreiche Augenerkrankungen, u.a. das Glaukom, kündigen sich durch einen fortschreitenden Gesichtsfeldausfall in den Randbereichen an. Da die natürliche Augenbewegung solche Ausfälle zunächst ausgleicht, bleibt die Erkrankung oft lange Zeit unbemerkt.

 

Glaskörper

Der sogenannte Glaskörper ist der größte und formgebende Bestandteil des Auges, der sich zwischen der Linse im vorderen und der Netzhaut im hinteren Augenbereich befindet. Er besteht vollständig aus einer gelartigen, durchsichtigen Flüssigkeit, durch die das Licht auf die Netzhaut trifft. Eine Entzündung oder Verletzung des Glaskörpers kann dazu führen, dass die Flüssigkeit bei einer Vitrektomie ausgetauscht werden muss. Ohne die Flüssigkeit würde der Glaskörper und damit das Auge in sich zusammenfallen.

 

Grauer Star

Als Grauer Star (med.: die Katarakt) bezeichnet man die Trübung der Linse, die sich durch eine charakteristische Graufärbung auszeichnet. Die Katarakt ist eine meist altersbedingte Erkrankung und kann durch das Einsetzen einer Intraokularlinse behandelt werden.

 

Grüner Star

Das Glaukom (veraltet: Grüner Star) ist eine altersbedingte Erkrankung des Sehnervs, das unbehandelt bis zur Erblindung führen kann. Es entsteht durch einen dauerhaft erhöhten Augeninnendruck, der ein Abfließen des Kammerwassers erschwert, und führt zu einem schleichenden Sehverlust im Bereich des Gesichtsfeldes. Da das Glaukom keine Schmerzen verursacht, wird es oft erst sehr spät bemerkt. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind daher besonders wichtig.

 

Hornhaut

Die Hornhaut (Kornea) ist ein durchsichtiger Teil der äußeren Augenhaut, die den vorderen Bereich des Auges bedeckt. Sie hat eine gewölbte Form für die Lichtbrechtung und trägt dadurch wesentlich zum Schärfesehen bei.

 

HRT

Die Heidelberger Retina-Tomographie (HRT) ist ein Untersuchungsverfahren zur Glaukom-Früherkennung. Es beruht auf einer wiederholten, lasergestützten Vermessung der Netzhaut. Regelmäßig durchgeführt kann damit ein Glaukom früher als mit herkömmlichen Verfahren entdeckt werden.

 

Intraokularlinse

Eine Intraokularlinse (IOL) ist eine künstliche Linse, die anstelle der natürlichen Linse in das Auge eingesetzt wird. Meist geschieht dies im Rahmen einer Operation des Grauen Stars. Intraokularlinsen gibt es in mehreren Formen, die unterschiedliche Eigenschaften aufweisen und Kurz-, Weit- und Alterssichtigkeit ausgleichen können.

 

Iris

Iris (Regenbogenhaut) nennt man den farbigen Teil im vorderen Bereich des Auges. Sie dafür zuständig, den Lichteinfall ins Auge zu regulieren. In ihrer Mitte befindet sich die Pupille. Am äußeren Rand ist die Iris im Ziliarkörper verwurzelt.

 

Kammerwasser

Das Kammerwasser ist eine natürliche Flüssigkeit in der vorderen und hinteren Augenkammer, das Linse und Gefäße mit Nährstoffen versorgt sowie Verunreinigungen aus dem Augeninneren entfernt. Es entsteht im Ziliarkörper und wird über das Trabekel-Maschenwerk aus dem Auge geleitet.

 

Konsiliararzt

Konsiliarärzte sind Fachärzte, die in Krankenhäusern hinzugezogen werden, um einen Klinikarzt bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten zu beraten.

 

Kontaktlinse

Kontaktlinsen sind besonders kleine und unauffällige Sehhilfen, die außen auf das Auge aufgesetzt werden. Sie liegen dabei nicht direkt auf der Hornhaut auf, sondern schwimmen auf einem Film aus Tränenflüssigkeit. Kontaktlinsen gibt es als "harte" und "weiche" Form. Sie eignen sich für die Korrektur der meisten Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Alterssichtigkeit.

 

Kurzsichtigkeit

Die Kurzsichtigkeit (med. Myopie) ist eine Form der Fehlsichtigkeit, bei der weit entfernte Gegenstände unscharf gesehen werden. Sie ist zumeist angeboren und kann mit Brillen, Kontaktlinsen oder einer Lasik-Operation korrigiert werden.

 

Lasik

Lasik (Laser-In-Situ-Keratomileusis) ist eine Augenoperation zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten. Bei der Lasik-Behandlung wird mit einem Laser ein Teil der Hornhaut abgetragen, um ihre Brechkraft zu verändern. Sie eignet sich vor allem zur Behandlung von Kurzsichtigkeit sowie Weitsichtigkeit. Der Eingriff dauert rund 20 bis 30 Minuten, ein stationärer Aufenthalt ist nicht nötig.

 

Lederhaut

Lederhaut (med. Sclera) nennt man die äußerste Hautschicht, die den Augapfel umschließt. Lediglich im vorderen Bereich des Auges macht sie Platz für die lichtdurchlässige Hornhaut. Die Lederhaut enthält wenige Gefäße und ist durch ihre charakteristische Weißfärbung für die Farbe des Augapfels verantwortlich.

 

Linse

Die am Ziliarkörper aufgehängte Linse befindet sich direkt hinter der Pupille im vorderen Bereich des Auges und leitet das einfallende Licht auf die Netzhaut. Sie ist vollständig durchsichtig, leicht gekrümmt und in jungen Jahren elastisch, wodurch sie unmittelbar das scharfe Sehen beeinflusst. Im Alter lässt die Elastizität allmählich nach (Alterssichtigkeit) und es kann zu einer zunehmenden Trübung kommen (Grauer Star).

 

Makula

Makula bzw. Gelber Fleck nennt man den Punkt auf der Netzhaut mit den meisten Sehzellen. An dieser Stelle ist die Sehkraft am schärfsten. Eine Erkrankung der Makula wie etwa bei der altersbedingten Makuladegeneration hat daher starke Auswirkungen auf die gesamte Sehfähigkeit.

 

Netzhaut

Die Netzhaut (Retina) ist ein lichtempfindliches Gewebe im hinteren Bereich des Auges. Sie ist dafür zuständig, das eintreffende Licht in Nervensignale umzuwandeln, die vom Gehirn verarbeitet werden können. Sie ist direkt mit dem Sehnerv verbunden und besteht aus speziellen Nervenzellen sowie zahlreichen Gefäßen, die für ihre Korrekte Funktion verantwortlich sind. Auf der Netzhaut befindet sich u.a. die Makula, der Ort des schärfsten Sehens. Erkrankungen der Netzhaut wie das Glaukom oder die altersbedingte Makuladegeneration wirken sich unmittelbar auf die Sehfähigkeit aus und können zur Erblindung führen.

 

Netzhautablösung

Eine Netzhautablösung liegt vor, wenn sich die Netzhaut von der Versorgungsschicht der Augenhaut löst. Bei zu später Behandlung kann es zu irreparablen Schäden bis hin zur Erblindung kommen. Ursachen der Netzhautablösung können Verletzungen des Auges, Tumore sowie Flüssigkeitsablagerungen sein. Besondere Risikofaktoren sind eine sehr hohe Kurzsichtigkeit sowie Diabetes.

 

OCT

Die Optische Kohärenz-Tomographie (OCT) ist ein Verfahren, um die Netzhaut auf krankhafte Veränderungen zu untersuchen. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und verläuft völlig schmerzfrei. Das Laserverfahren erbringt sehr exakte Messergebnisse und eignet sich daher insbesondere zur Früherkennung der Makuladegeneration sowie der diabetesbedingten Netzhautablösung.

 

Orthoptistin

Orthoptistinnen und Orthoptisten sind speziell ausgebildete Fachkräfte, die sich mit der Diagnostik und Therapie insbesondere von Schielerkrankungen (Strabismus) befassen. Sie sind in der Regel in Augenkliniken und -praxen tätig.

 

Photorezeptoren

Photorezeptoren sind die lichtempfindlichen Zellen auf der Netzhaut des Auges. Die sogenannten Stäbchen dienen dem Hell-Dunkel-Sehen, während die Zapfen für das Sehen bei Tageslich und die Farberkennung verantwortlich sind.

 

Pupille

Als Pupille bezeichnet man den Bereich in der Mitte der Iris, durch den Licht auf die Netzhaut am hinteren Ende des Auges gelangt. Um sie herum verläuft ein Ring aus verschiedenen Muskeln, der je nach Lichtstärke die Pupillenöffnung automatisch weitet oder verengt.

 

Regenbogenhaut

Siehe Iris.

 

Retina

Siehe Netzhaut.

 

Schlemm-Kanal

Der Schlemm-Kanal ist eine Vene am Rand der Iris, über die das Kammerwasser abläuft. Er dient der Regelung des Augeninnendrucks.

 

Sehnerv

Der Sehnerv ist eine aus dem Auge herausführende Nervenbahn. Er ist direkt mit der Netzhaut verbunden. An der Austrittsstelle des Sehnervs befindet sich der Blinde Fleck. Die häufigste Erkrankung des Sehnervs ist das Glaukom.

 

Sehzelle

Siehe Photorezeptor.

 

Strabismus

Strabismus oder Schielen nennt man eine Gleichgewichtsstörung der für die Augenbewegung verantwortlichen Augenmuskeln. Dabei weicht beim Fixieren eines Objekts die Blickrichtung der Augen voneinander ab. Häufig hat dies Sehstörungen zur Folge. Das Schielen ist ein vielfältiges Krankheitsbild, das medizinisch untersucht und behandelt werden muss. Eine Therapie kann aus Augentraining, korrigierenden Brillen, Augentropfen oder einer Operation bestehen. Diagnose und Therapieempfehlung erstellt meist eine Orthoptistin in Zusammenarbeit mit einem Augenarzt.

 

Trabekel-Maschenwerk

Das Trabekel-Maschenwerk ist ein Gefäßgeflecht in dem Bereich des Auges, wo Iris und Hornhaut zusammentreffen. Es leitet das Kammerwasser aus der vorderen Augenkammer in den Schlemm-Kanal ab.

 

Tränendrüse

Die Tränendrüse prouziert die Tränenflüssigkeit. Sie befindet sich oberhalb des Auges in der Augenhöhle.

 

Tränenflüssigkeit

Die Tränenflüssigkeit ist die von der Tränendrüse produzierte Körperflüssigkeit. Sie dient vor allem der Reinigung, Befeuchtung und Nährstoffversorung der Hornhaut. Mit jedem Lidschlag (Augenlid) wird Tränenflüssigkeit auf dem Auge verteilt.

 

Vitrektomie

Die Vitrektomie ist eine Operation, bei der Teile des Glaskörpers entfernt werden. Über einen kleinen Schnitt in der Augenwand entfernt der Chirurg das Gewebe, während gleichzeitig eine Infusion den Augeninnendruck aufrecht erhält. Eine Vitrektomie kann etwa zur Behandlung eine Netzhautablösung erforderlich sein.

 

Weitsichtigkeit

Die Weitsichtigkeit (med. Hyperopie) ist eine Form der Fehlsichtigkeit, bei der Gegenstände, die sich nah am Auge befinden, unscharf gesehen werden. Sie ist genetisch bedingt und kann mit Brillen, Kontaktlinsen oder einer Lasik-Operation korrigiert werden.

 

Ziliarkörper

Der Ziliarkörper ist der Abschnitt der Augenhaut, an dem die Linse aufgehängt ist. Mit dem Ziliarmuskel dient er der Anpassung der Brechkraft und somit dem Scharfsehen, indem er die Linse strafft bzw. Entspannt. Darüber hinaus ist der Ziliarkörper an der Produktion des Kammerwassers beteiligt.